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24.06.2016 Biomasseheizwerk kirchlich geweiht

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Am Samstag weihte Pater Michael Schlemmer das Biomasseheizwerk Windberg, das über ein Nahwärmenetz 54 angeschlossene Abnehmer versorgt und außerdem auch noch Strom erzeugt. „Die Errichtung dieses Heizwerkes ist eine kontinuierliche Fortentwicklung der Gemeinde sowie ein wichtiger Eckpfeiler“, betonte Bürgermeister Hans Gstettenbauer. Es sei eine große Baumaßnahme durchgeführt worden, die inzwischen voll funktioniert, von allen Abnehmern gelobt wird und sich zu einem positiven Zukunftsprojekt entwickelt hat.

Um 10.30 Uhr trafen sich fast alle angeschlossene Wärmeabnehmer und die geladenen Ehrengäste beim „Biomasseheizwerk“ zur Einweihung. „Nun sind bereits alle seit einiger Zeit von diesem Heizwerk mit angenehmer Biowärme versorgt. Damit dies auch in Zukunft gewährleistet ist, wollen wir diese Nahwärmeversorgung nun auch mit dem kirchlichen Segen versehen“, so Pater Michael. Nach der Einweihung bestand für alle Gäste die Möglichkeit, das Heizwerk zu besichtigen und sich darüber zu informieren. Anschließend trafen sich alle zum Mittagessen im Gasthaus Mühlbauer in Irensfelden.

Danach gab Bürgermeister Hans Gstettenbauer Informationen über die Planung und den Verlauf zur Erstellung eines Heizwerks in Windberg. Im November 2011 wurde eine Machbarkeitsstudie vom Ingenieurbüro KS, Deggendorf, erstellt, es folgten Wärmestammtische und Infoveranstaltungen im 1. Halbjahr 2012, im Herbst 2012 wurde eine Genossenschaft gegründet, bei der alle Anschließer auch Genossenschaftsmitglieder waren. Bei den Verhandlungen mit Banken vom Frühjahr bis Sommer 2013 konnte jedoch kein Finanzierungskonzept erstellt werden. Nach einem positiven Ausschreibungsergebnis im April 2014 setzte daher dann die Gemeinde das Projekt um. Sehr erfreulich sei gewesen, dass fast kein Anschließer abgesprungen ist, obwohl es nicht mehr zu einer gemeinsamen Umsetzung im Rahmen einer Genossenschaft gekommen ist.

Aktuell sind 54 Gebäude angeschlossen. Wesentlich zum Gelingen trug bei, dass sich darunter drei Großabnehmer befinden, und zwar die Gemeinde mit zwei Gebäuden, die komplette Klosteranlage mit drei Gebäuden und die Kirchenverwaltung mit drei Gebäuden.

Der Beginn der Bauarbeiten (Heizhaus) erfolgte ab Mai 2014, die Wärmeleitungen wurden vom Sommer bis Oktober 2014 verlegt. Die Inbetriebnahme der Holzvergasungsanlage erfolgte im Juli 2014 und die Inbetriebnahme der Wärmeversorgung ab November 2014. Die Kosten der Anlage beliefen sich auf etwa 1,8 Millionen Euro. Die Gemeinde erhielt 108.000 Euro von den Anschlussteilnehmern (2000 Euro pro Hausanschluss), eine Zuwendung vom Technologie- und Förderzentrum Straubing von etwa 134.000 Euro (Programm BioSol) und einen Tilgungszuschuss der finanzierenden KfW-Bankengruppe von etwa 233.000 Euro. Gstettenbauer führte zudem aus, dass sämtliche Investitionskosten (Abschreibungen) die Finanzierungskosten (Zinsen) sowie alle laufenden Lohn- und Betriebskosten ausschließlich von den Einnahmen des Heizwerks durch den Verkauf der Wärme und des Stromes gedeckt werden. Die Nahwärmebezieher sparen sich jetzt und in Zukunft die Neuanschaffung einer Heizanlage und haben keine Kosten für die Reparatur, Wartung oder für den Kaminkehrer mehr. Für den laufenden Betrieb und zur Störungsbeseitigung sind fünf Mitarbeiter vor Ort beschäftigt.

Dass das Bioheizwerk in Windberg Wirklichkeit wurde sei der hervorragenden „Hand-in-Hand-Arbeit“ zu verdanken, lobte Gstettenbauer alle beteiligten Kräfte. Dies gelte sowohl für die beauftragten Planer, die ausführenden Firmen und alle Anschlussnehmer, wie auch für den Gemeinderat und die Verwaltung. Besonders herauszuheben sei dabei Mario Ehrnböck, der das Projekt von Anfang an begleitete, betreute und voll dahinter stand.

Landrat Josef Laumer freute sich, dass Windberg mit dem „Bio-Heizwerk“ einen großen Beitrag leistet, damit Energie aus heimischen nachwachsenden Produkten erzeugt wird und sich unabhängig macht vom Bezug von Rohstoffen aus Krisengebieten. „Was hier in Windberg entstand, ist nur möglich durch die in dieser Form einmaligen Zusammenarbeit und Harmonie zwischen Kloster, Pfarrei und Gemeinde“, lobte Laumer.

 

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